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Kaum Interessenten für Dexter Lawrence – Giants halten an ihrem Nose Tackle fest

Die erhoffte Bieterschlacht um Dexter Lawrence bleibt aus. Wie Paul Schwartz von der New York Post am Mittwoch berichtete, gibt es bislang „sehr wenig Interesse“ an dem Defensive Tackle der New York Giants. Das Kalkül von Lawrence und seinen Beratern, durch die öffentlich gewordene Sackgasse in den Vertragsverhandlungen einen Markt zu schaffen, scheint nicht aufzugehen.

Die Giants machen derweil ihre Position unmissverständlich klar. General Manager Joe Schoen erklärte am Dienstag, Lawrence stehe „noch zwei Jahre unter Vertrag“ – gemeint ist die Vierjahres-Verlängerung über 90 Millionen Dollar, die der 27-Jährige 2024 unterschrieb. Für einen Trade fordern die Giants laut Berichten mindestens einen Erstrundenpick plus weitere Assets. Bislang beißt offenbar kein Team an.

Dass die Verhandlungsposition von Lawrence nicht die stärkste ist, hat mit Zahlen zu tun. Drastisch sinkende Zahlen, um genau zu sein. In der Saison 2024 kam er in nur zwölf Spielen auf eine beeindruckende Sack-Bilanz, die für einen Nose Tackle geradezu außergewöhnlich war. Drei Pro-Bowl-Nominierungen in Folge, zweimal Second-Team All-Pro zwischen 2022 und 2024, insgesamt 21 Sacks in 38 Partien – Lawrence galt als einer der besten Defensive Tackles der Liga. Dann der Einbruch: 2025 verzeichnete er in 17 Spielen gerade einmal einen halben Sack. Postseason-Ehrungen? Keine.

Ein ehemaliger NFL-Funktionär teilte seine Einschätzung mit: Wäre er verantwortlich für die Giants, würde er Lawrence 2026 beweisen lassen, dass die vergangene Saison ein Ausreißer war und kein Anzeichen eines Leistungsabfalls – zumal ein komplett neues Trainerteam im Amt ist. Spielt Lawrence stark, könne man in der nächsten Offseason über eine Verlängerung sprechen. Weder Schoen noch der neue Head Coach John Harbaugh haben sich öffentlich in diese Richtung geäußert, doch genau das könnte ihre interne Linie sein.

Einen Präzedenzfall gibt es bereits. Vor einem Jahr hatte Schoen Lawrence mit zusätzlichen Leistungsanreizen im Vertrag für 2025 entgegenkommen können. Ob eine ähnliche kurzfristige Lösung diesmal reicht oder ob Lawrence am Ende doch die gewünschte langfristige Verlängerung bekommt, bleibt offen. Klar ist nur: Die Druckkulisse, die sein Lager aufzubauen versuchte, hat bisher nicht die gewünschte Wirkung erzielt.